Peter Swidler - Wesselin Topalow
Morelia 2006

Peter Swidler - Wesselin Topalow
Morelia 2006, 1. Runde
Stellung nach dem 48. Zug von Weiß

Obwohl die Stellung in einer echten Partie vorgekommen ist, erinnert sie doch mehr an eine Studie! Schwarz verteidigte sich hier einfallsreich mit

48...Th5!

Dieser Zug war Peter Swidler völlig entgangen. Dennoch hat Weiß noch einen "studienartigen Gewinn nach klassischen Vorbildern." (Swidler)

49.Te5!! Txh4+ 50.Kg5 Th5+ 51.Kxg6 Txe5 52.f7 Te6+ 53.Kg5 Te5+ 54.Kg4 Te4+ 55.Kg3 Te3+ 56.Kf2

Haben Sie dieses Manöver wiedererkannt? Wenn wir diese Partie anschauen, dann besteht doch eine gewisse Hoffnung, daß der Saavedra in einer Partie auftauchen kann...
Falls Sie das Manöver nicht erkannt haben: Sehen Sie bitte hier nach!

Nun, hier steht die Möglichkeit eines Patts nicht zur Verfügung, aber soll Schwarz deshalb schon die Segel streichen?

56...a3!

Nein! Da der einfachste Sieg 57.bxa3 Txc3 58.a4!! nicht so einfach am Brett zu finden ist, folgte

57.f8D axb2 58.Dc8+ Kb5 59.Db7+ Ka4 60.Kxe3 Ka3

Was spricht hier gegen 61.Kd2? Nun, nach 61...a4!! wäre das Patt unvermeidlich. Eine tückische Falle von Topalow, die Swidler jedoch sieht!

61.Db5! a4 62.Dxc5+ Kb3 63.Db4+ Kc2! 64.Dxa4+ Kxc3

Noch eine Falle! 65.Da2?? b1D 66.Dxb1 ist wieder Patt! Aber...

65.Da5+ Kc2 66.Df5+ Kc1 67.Df1+ und Schwarz gab auf!

So sind Swidler und Topalow unbeabsichtigt doch noch Komponisten geworden... auch wenn sie nur dieses Endspiel komponiert haben, so doch in einem fairen sportlichen Kampf, und auch der Verlierer kann stolz auf die Partie sein!

Turmopfer, "Rolltreppe", Zweifache Pattfalle - Das sieht man auch nicht in jeder Studie!

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(c) 2006-2007 Siegfried Hornecker